Das Ende von n8n? OpenAI Agent Builder einfach erklärt – Deutsch
Christian Eva
OpenAI hat mit dem Agent Builder ein neues Tool veröffentlicht, das die Automatisierungswelt kräftig durcheinanderwirbelt. Eine grafische Oberfläche, mit der sich eigene KI-Agenten ohne Code erstellen, trainieren und deployen lassen – direkt auf der OpenAI-Plattform.
Viele fragen sich jetzt: War’s das für n8n, Make und Zapier?
Schauen wir uns an, was der Agent Builder wirklich kann und wo seine Grenzen liegen.
🧠 Was ist der OpenAI Agent Builder?
Der Agent Builder ist eine Drag-and-Drop-Oberfläche, mit der du KI-Agenten visuell zusammenstellen kannst.
Er läuft direkt in der OpenAI Developer Platform
und ermöglicht, ohne eine Zeile Code:
das Erstellen von Agenten mit individuellen Systemprompts und Tools,
das Verknüpfen mehrerer Agenten zu Workflows,
das Einbinden externer Dienste über MCP-Server (z. B. Gmail, Google Calendar, Shopify, PayPal u. v. m.),
sowie das Deployen über ChatKit oder das Agent SDK (Python & TypeScript).
Im Kern kannst du dir den Agent Builder als Baukasten für KI-Workflows vorstellen – ähnlich wie bei n8n, nur mit Fokus auf intelligente Agenten statt klassische Wenn-Dann-Automationen.
⚙️ Wie funktioniert der Agent Builder?
Das Interface erinnert auf den ersten Blick stark an n8n oder Make:
Du verbindest Nodes (Module) miteinander, z. B. Start → Filter → Agent → Bedingung → Antwort.
Ein Beispiel aus dem offiziellen Tutorial:
Ein Kunde schreibt einem Support-Chat:
„Ich möchte ein Produkt zurückgeben.“
Der Workflow läuft dann so:
Start-Node: Erhält die Nachricht.
Guardrail-Node: Filtert riskante oder unzulässige Inhalte (z. B. PII, Jailbreaks, Moderation).
Agent-Node: Klassifiziert das Anliegen – Rückgabe, Kündigung oder Information.
Condition-Node: Entscheidet, welcher Unter-Agent zuständig ist.
Unter-Agenten: Bearbeiten das Anliegen individuell (z. B. Retouren-Agent).
User Approval: Optionaler menschlicher Schritt (z. B. Zustimmung oder Ablehnung).
Damit entsteht ein kompletter KI-gestützter Support-Workflow, der logisch strukturiert, aber trotzdem flexibel auf Anfragen reagiert.
🧩 Welche Tools stehen zur Verfügung?
OpenAI integriert im Agent Builder bereits eine Reihe mächtiger Funktionen:
MCP-Server: Für API-Zugriffe auf Gmail, Google Calendar, Shopify, PayPal und eigene Services.
File Search & Vector Store: Für Dokumenten- oder Wissenssuche (Mini-RAG-Funktion).
Web Search: Für aktuelle Informationen über das Internet.
Code Interpreter & Functions: Zum Ausführen eigener Logik oder kleiner Skripte.
ChatKit Widgets: Um interaktive Elemente wie Tabellen oder Buttons im Chat darzustellen.
Das bedeutet: Agenten können lesen, verstehen, recherchieren, rechnen und visualisieren – alles nativ in einem Flow.
Start-Node hinzufügen: Eingangsdaten (z. B. Textnachricht)
Agent-Node konfigurieren:
System Prompt (z. B. „Du bist ein hilfreicher Assistent“)
Tools aktivieren (z. B. Web Search)
Chat History aktivieren
Testen mit Preview:
Starte eine Unterhaltung, sieh dir in Echtzeit an, wie dein Workflow reagiert.
Widget hinzufügen (optional):
Mit dem integrierten Widget Builder kannst du visuelle Elemente wie Tabellen oder Diagramme direkt im Chat anzeigen lassen.
Deployment:
Entweder über ChatKit (Frontend-Integration) oder über das Agent SDK in eigene Projekte einbinden.
⚖️ Was n8n weiterhin besser kann
Auch wenn der Agent Builder neu und spannend ist, bleibt n8n in vielen Szenarien unschlagbar:
Komplexe Prozessketten: Mehrstufige Automationen über hunderte Nodes
Hybridfähigkeit: Kombination aus deterministischer Logik und KI-Agenten
Transparenz: Jede Ausführung lässt sich debuggen und nachvollziehen
Self-Hosting & Modellfreiheit: n8n kann lokal oder auf eigenem Server betrieben werden und erlaubt die Nutzung aller großen LLMs – von GPT-4o über Claude bis hin zu Gemini oder Mistral – ganz ohne Plattformbindung.
Der Agent Builder hingegen ist noch eingeschränkt:
wenige Node-Typen, kaum Debugging, keine externe Modellwahl und kein Self-Hosting.
Er ist aktuell eine Sandbox für Experimente – kein Produktionssystem.
🔮 Ausblick
Der Agent Builder ist aktuell noch stark eingeschränkt – zu wenige Nodes, begrenzte Tools und weniger flexibel als n8n.
Aber das Potenzial ist riesig: OpenAI dürfte den Builder Schritt für Schritt erweitern, bis man ihn direkt über ChatGPT steuern kann – also per Sprache ganze Agenten und Workflows aufbauen kann.
Wenn das gelingt, entsteht ein völlig neuer Zugang zu Automatisierung: Man beschreibt, was man will – und die KI baut es.
🧩 Fazit
Im jetzigen Zustand ersetzt der OpenAI Agent Builder keine bestehenden Automationsplattformen wie n8n oder Make.
Dafür ist er noch zu limitiert, was Tool-Vielfalt, Logik, Debugging und Modellfreiheit betrifft.
Doch langfristig könnte er eine neue Schicht über diesen Tools bilden –
eine Ebene, in der man mit ChatGPT spricht und daraus komplexe, produktionsreife Automationen generieren lässt.
Bis dahin bleibt n8n klar überlegen, vor allem wegen seiner Offenheit, Self-Hosting, Stabilität und der Möglichkeit, beliebige LLMs einzubinden.
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